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Konzept der Kreisverwaltung zur
Haushaltskonsolidierung abgelehnt
Die Fraktion DIE LINKE hat in der
Kreistagssitzung am 22. Oktober 08 den fortgeschriebenen Vorschlag
der Kreisverwaltung zur Haushaltskonsolidierung abgelehnt. Der Kreis
befindet sich in der vorläufigen Haushaltsführung, d.h. Vereine und
Verbände bekommen gegenwärtig nur Geld weil die Sparkasse
Mansfeld-Südharz eine entsprechende Ausschüttung vorgenommen hat,
Investitionen dürfen nur getätigt werden, wenn es mehr als 80 %
Fördermittel gibt.
Das Landesverwaltungsamt erwartet vom Kreis eine
weitere Fortschreibung des Konsolidierungskonzeptes bis zum 30.
Oktober 08. Die Entscheidung war und ist für uns Kreistagsmitglieder
nicht einfach. Aber nach einer langen Diskussion in der Fraktion
haben wir uns entschlossen, dem vorgelegten Vorschlag nicht zu
zustimmen.
Bis jetzt hat uns die Kreisverwaltung
noch keine Eröffnungsbilanz vorgelegt. Wir mussten bei der
Diskussion um den Haushalt 2008 von einem Jahr 2007 ausgehen, wo
überall eine Null stand. Ein Vergleich der angesetzten Gelder für
die einzelnen Positionen war und ist bis jetzt nicht möglich. Es
gibt bis jetzt noch kein Personalkonzept. Die Fusion zweier Kreise
und damit auch des Personals ist ein schwieriger Prozess, dafür
haben wir Verständnis. Aber ein Großteil der Kreisfinanzen wird für
Personalkosten gebraucht. Deshalb wird eine langfristige Strategie
benötigt, wie sich die Personalentwicklung vollziehen, d.h. es muss
erkennbar sein, welche Bereiche müssen welche Entwicklung nehmen,
aber auch wie ist die Alterstruktur der Kreisverwaltung, wann gehen
MitarbeiterInnen in Rente, gibt es eine Ausbildungsstrategie für die
Schwerpunkte. All diese Fragen sind noch offen.
Wir haben außerdem im September 08 den
Vorschlag gemacht, die Krankenhaus-Holdung nach erfolgter Fusion der
Krankenhäuser zeitnah aufzulösen und das Krankenhaus wieder dem
kommunalen Eigentum als Konsolidierungsbeitrag zu zuführen. Dieser
Antrag sollte geprüft werden, Eine Antwort liegt bis jetzt noch
nicht vor. Wir halten diese Frage aber für sehr bedeutend, denn
durch die Übertragung von 94,9 % des kommunalen Eigentums an den
beiden Krankenhäusern auf die Holdung wird der Kreis für 2008 eine
negative Bilanz beim Eigenkapital haben. Im Gutachten von Price Water
House vom Frühjahr 2008 und dem darauf aufbauenden
Beschlussvorschlag für den Kreistag von April 2008 war aber
ausdrücklich darauf verwiesen worden, dass es keine negative
Auswirkungen für den kommunalen Haushalt geben wird.
Außerdem soll laut Fortschreibung des
Konsolidierungskonzeptes ein Verkauf von Anteilen an der
Krankenhaus-Holding geprüft werden. Damit sind wir wieder dort wo
wir vor dem Beschluss des Kreistages waren, die Krankenhäuser nicht
zu verkaufen.
Ein weiterer Punkt der noch offen ist,
ist die ausstehende Antwort des Landesverwaltungsamtes auf den
Widerspruch des Landrates zu den Auflagen des Landesverwaltungsamtes.
Aber auch die übrigen Vorschläge zur
Haushaltskonsolidierung sind kritisch zu hinterfragen. So sollen
sämtliche Zuschüsse an Vereine und Verbände mit Ausnahme des
Sportes (30 %) gestrichen werden. Wenn es die Sparkasse nicht gegeben
hätte, hätten sie bereits dieses Jahr nicht bekommen. Und die
Einsparungen gerade hier bringen uns vom Schuldenberg nicht runter.
Auch die geplanten Veräußerungen sind problematisch. Was nicht über
Wert verkauft wird, schlägt sich negativ auf das kommunale Eigentum.
Also haben wir noch mehr zu konsolidieren.
Dazu kommt, dass der Bund z.B. seinen
Anteil an den Kosten der Unterkunft kürzt, der Kreis aber in der
Pflicht ist, zu zahlen und das bei gestiegenen Betriebskosten.
Der Landkreis Mansfeld –Südharz wie
auch die anderen Landkreise in Sachsen-Anhalt brauchen eine
angemessene Finanzausstattung, damit sie überhaupt in die Lage
versetzt, ihren Aufgaben der Daseinsvorsorge gerecht zu werden und
dann kann über Schuldenabbau geredet werden.
Angelika Klein, MdL und Mitglied des
Kreistages Mansfeld-Südharz
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