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Fraktion DIE LINKE: Ausweg aus der
Finanzkrise ist ein Ausweg mit Tücken
Das von Finanzminister
Bullerjahn auf der heutigen Sondersitzung des Finanzausschusses
vorgestellte Maßnahmepaket zur Finanzmarktkrise macht deutlich, dass
der mögliche Schaden für Sachsen-Anhalt wahrscheinlich nicht so
groß ausfällt wie noch in der vergangenen Woche angenommen: statt
der ursprünglich zu befürchtenden 4 Mrd. Euro wird derzeit mit 200
Mio. Euro gerechnet.
Aber, und hier bleibt die Fraktion DIE
LINKE bei ihrer Kritik, der Bundestag und die Länder haben nach wie
vor kaum Mitspracherechte bei der Durchführung des
Finanzmarktstabilisierungsfondgesetzes. Ein Vertreter für alle
Länder soll in den Lenkungsausschuss dieses Fonds entsandt werden.
Der Bundestag wählt ein Gremium aus Mitgliedern des
Haushaltausschusses, dass aber zur Verschwiegenheit verpflichtet ist.
Äußerst problematisch ist auch die bereits begonnene Praxis, dass
die Bundesregierung die Arbeit des Finanzmarktmobilisierungsfonds
grundsätzlich über Verordnungen regeln will. Die Transparenz,
die zur Vertrauensbildung notwendig ist, ist damit nicht gegeben.
Die Parlamente haben in der vergangenen Woche bewiesen, dass
sie Gesetzgebungsverfahren sehr zügig behandeln können. Deshalb
wäre eine gesetzliche Regelung zur Arbeitsweise des Fonds der
bessere Weg. Auch über die prozentuale Höhe der notwendigen
staatlichen Garantien ist nichts gesagt. Erst ab 25 Prozent Anteile
hat der Staat die Chance bei solchen Dingen wie die Höhe der
Managergehälter oder eine solide und umsichtige Geschäftspolitik
mitzureden.
Und der Anteil der Banken an der Sanierung bleibt
völlig offen. Bis jetzt steht nach wie vor fest: nach 36 Monaten
trägt der Staat und damit die SteuerzahlerInnen das Defizit.
Die
Fraktion DIE LINKE steht dazu, dass eine gesellschaftliche Krise eine
gesellschaftliche Lösung bedarf. Die am Freitag vorgelegte Lösung
bleibt in Ansätzen stecken.
Magdeburg 20. Oktober 2008
Dr.
Angelika Klein
Finanz- und haushaltpolitische Sprecherin
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